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Jackson Prozess: Widersprüchliche Aussagen

Heute muss die 18-jährige Schwester des angeblich missbrauchten Jungen im Michael Jackson Prozess vor Gericht aussagen. Allerdings wird sie derzeit ausschließlich von der Staatsanwaltschaft befragt. Wahrscheinlich wird erst morgen die Verteidigung eine Chance haben, Fragen zu stellen. Jedenfalls sitzt Davellin Arvizo heute schon geschlagene sieben Stunden auf der Zeugenbank. Ziemlich hart, muss man zugeben. Es grenzt fast an Folter. Aber heute wird sie noch mit Samthandschuhen angefasst. Morgen wird die Verteidigung sie sicherlich härter und wahrscheinlich genauso lang rannehmen.

Sehr spannend fand ich ihre Aussagen bisher nicht. Natürlich hat sie sich in Widersprüchen verfangen. Sie widerspricht auch der Geschichte des Rests ihrer Familie. Zum Beispiel hat sie gesagt, dass Gavin ursprünglich derjenige war, der bei Michael Jackson im Zimmer übernachten wollte. Die anderen Familienmitglieder inklusive Gavin behaupten heute, Michael sei der treibende Faktor gewesen. Der Dokumentarfilm Living With Michael Jackson belegt aber eine ganz andere Sachlage.

Ich habe den wesentlichen Teil mal als Audiodatei rausgeschnitten. Sehr aufschlussreich. Michael sagt auch, wenn Kinder zu Besuch sind, wollen sie IMMER bei ihm übernachten, und er sagt dann immer, nur wenn die Eltern einverstanden sind, dann dürfen die Kinder bei ihm übernachten. Und seine Gäste erhalten immer das Beste, darum schlafen sie dann im Bett, und Michael schläft auf dem Boden. Dann fragte Bashir auch, ob die Eltern sich freuen, dass Gavin bei Michael ist, und Gavin sagte, sie seien SEHR glücklich darüber.

Hier kann man den besagten Teil des Interviews anhören.

Hier unten auch eine Aufnahme aus dem Dokumentarfilm. Die Dame in Grün ist Davellin Arvizo in der Küche auf Neverland mit Michael Jackson und ihren Brüdern:

Naja, ich denke, richtig interessant wird erst der Prozesstag morgen. Dann wird Mesereau das Mädel sicherlich etwas intensiver bearbeiten. Aber ich muss sagen, dass ich gegenüber ihr nicht wirklich negativ eingestellt bin. Sie versteht sich mit ihrer Mutter angeblich auch nicht gut, sie ist mittlerweile zu Hause ausgezogen. In meinen Augen ist sie ein Unsicherheitsfaktor für die Staatsanwaltschaft. Sie könnte den Prozess zum Kippen bringen. Aber wir werden morgen sehen, wie es läuft.

Gestern hatte ich ja noch Dieter Wiesner und Ronald Konitzer als zwielichtige Personen erwähnt. Und oh Wunder, kaum erfahren die beiden, dass sie Thema der Gerichtsverhandlungen sind, gerät Herr Konitzer offensichtlich in Stress und verneint jegliche Anschuldigungen. Heute Abend wird er sogar spontan ein Interview im US-Fernsehen geben. Wenn da nicht jemandem heiß unterm Hintern geworden ist?!

Aber man kann seine Reaktion wohl so oder so interpretieren. Würde man mich plötzlich in einer Gerichtsverhandlung thematisieren und beschuldigen, würde ich mich wohl auch zu Wort melden und sagen, was Sache ist.

Ich hoffe ja, dass durch solche Situationen im Prozess auch Konitzer und Wiesner sich vielleicht freiwillig auf den Zeugenstand begeben werden. Vielleicht hat die Verteidigung gehofft, sie auf diese Art in die USA bewegen zu können. Wer weiß? Ich würde mich nicht wundern, wenn zumindest Konitzer am Ende in Santa Maria Rede und Antwort stehen wird.

Von Wiesner allerdings bisher noch keine Spur.

Ich denke, das waren die interessantesten Ergebnisse des Tages. Morgen mehr und hoffentlich aufschlussreicher. Aber das Review des Interviews mit Gavin fand ich für mich jetzt noch einmal interessant. Es steht in völligem Widerspruch zu den heutigen Anschuldigungen gegen Michael Jackson.

Der Witz ist zudem noch – teilweise behauptet die Familie, sie habe gar nicht GEWUSST, dass sie für den Dokumentarfilm aufgezeichnet wurde. Dann können sie auch kaum behaupten, sie seien dazu gedrängt worden, vielleicht falsche Aussagen in dem Film zu machen, wenn man ihnen zeigt, was sie im Vergleich zu heute behauptet haben. Aber es ist ohnehin nicht wahr, dass sie nicht wussten, dass sie aufgezeichnet wurden. Gavin wusste genau, dass Martin Bashir ein Journalist ist, und es ist zweifelhaft, dass er nicht gesehen hat, wie die Kameras ihn durchs Haus begleiteten. Außerdem hat Michael den Kindern erklärt, um was es geht. Aber das ist auch eigentlich völlig egal. Wenn sie nicht gewusst hätten, dass sie aufgezeichnet werden, dann würde doch das, was sie unter sechs Augen gesagt haben, viel höheren Stellenwert haben. Sollen sie doch behaupten, was sie wollen.

Aber in dem Punkt ist wohl die Aussage der Schwester Davellin wesentlich verlässlicher als die des Rests der Familie.

Übrigens verhökert Debbie Rowe, Michael Jacksons Ex-Frau, gerade ihren Ehering auf eBay. Hehe. WENN sie es denn wirklich ist und der Ring echt ist. Aber ich könnte es mir vorstellen.