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Jackson Prozess: Enthüllungen des Tages

In Santa Maria sitzen sie gerade noch im Gerichtssaal, aber ich denke, man kann zusammenfassend heute schon etwas zum Prozesstag erzählen. Der Morgen verlief wohl erst einmal etwas wirr. Kaum war Michael angekommen, hieß es, dass Melville Staatsanwaltschaft und Verteidigung zu einer Unterredung zusammengetrommelt hat. Fans begannen schon zu spekulieren, was los sein könnte. Man hoffte schon, die Kläger könnten aufgegeben haben – nur im Traum. Dieses Foto zweier Anwälte der Verteidigung muss wohl vor der Diskussion mit dem Richter entstanden sein:

Als ich das Foto sah, dachte ich schon – oh weia, irgendwas muss passiert sein. Ganz so spannend war das Gespräch mit dem Richteraber wohl doch nicht. Es ging um die Zeugin Ann Gabriel (Ann Marie Kite), die vom 9. bis 15. Februar 2003 nach der TV-Übertragung des Dokumentarfilms von Martin Bashir im PR-Krisenmanagement von Michael Jackson gearbeitet hat. Da die Frau nur wirklich sehr kurz für Michael gearbeitet hat und sie Michael zu dem Zeitpunkt niemals getroffen hat, also eigentlich keine Ahnung von nichts hat, war man sich nicht sicher, wie man im Kreuzverhör mit ihr umgehen sollte. Das musste erst einmal geklärt werden, bevor das Kreuzverhör weitergehen konnte. Dass man sich das nicht einmal vorher überlegt hat?

Ich frage mich, warum diese Frau überhaupt jemals in den Zeugenstand gerufen wurde. Es ist schon echt peinlich. Da hat sich Sneddon wirklich ein Loch in den Fuß geschossen. Sie wird jetzt schon ganze vier Stunden auseinander genommen, sie soll mittlerweile auch schon zugunsten der Verteidigung ausgesagt haben. Sie soll gesagt haben, dass Dieter Wiesner, eine ebenfalls zwielichtige Persönlichkeit aus Deutschland, die eine Weile Michaels Management übernommen hat, und Ronald Konitzer (aus Vancouver) auf sie den Eindruck gemacht haben, als seien sie „out to get Michael“. Ich will nicht wissen, was wir noch über die Machenschaften dieser beiden Leute erfahren werden und wie tief sie in die Geschichte vielleicht verwickelt sind. Soweit ich weiß, wird es aber leider nicht möglich sein, Dieter Wiesner und Ronald Konitzer nach Santa Maria zur Zeugenaussage zu bewegen, außer sie erklären sich selbst dazu bereit.

Dazu hat man in den Medien allerdings noch nichts berichtet. Dieser Artikel fasst aber noch andere Punkte ihrer Aussage zusammen, die dann schon wieder belastend für Michaels Seite sind. Es ist nur fraglich, wie viel Michael selbst von den Vorgängen auf Neverland wusste, wenn sie überhaupt so stattgefunden haben, wie man behauptet. Wenig überraschend, dass die Medien das Gute an der Zeugenaussage bislang verschwiegen haben.

Ach, und Roger Friedman hat heute übrigens einen Artikel veröffentlicht, in dem er endlich einmal näher darauf einging, wie es überhaupt zum Dokumentarfilm mit Bashir gekommen war, wie Bashir Uri Geller angefleht hat, sich um den Kontakt zu Michael Jackson zu kümmern. Ich habe dazu ja hier schon meine eigenen Spekulationen geäußert. Aber dass Uri Geller am Ende vielleicht sogar des Gelds wegen seinen, äh, Freund Michael an Bashir verkauft hat, so weit hätte ich doch nicht träumen können, auch wenn ich Geller noch nie getraut habe.

Bashir assures Geller: „ITV [the British network] would be prepared to offer you a large percentage of the worldwide net sales of any project and would also ensure that you were paid a separate fee for your assistance.“

Auch dieses Zitat aus dem Artikel machte mich hellhörig:

That’s because Bashir wrote in the same letter regarding Jackson: „He stands at a crossroads and we are talking about things that will affect the rest of his life. I have complete confidence in our ability to do justice to his remarkable life/story and I remain deeply grateful for all your help in this.“

„Justice“ – wenn ich das schon aus Bashirs Mund höre. Ich werde den Gedanken nicht los, dass Bashir in einen Komplott verwickelt ist und dass die ganze Geschichte von vorne bis hinten geplant war. Sie wussten, auf welchem Fuß sie Michael erwischen würden. Sie haben es ausgenutzt, weil sie wussten, dass sie so Michael in die Falle locken könnten. Ich hoffe, dass Bashir eines Tages den Mund aufmachen muss. 

Ansonsten habe ich heute sehr über eine Sendung von Nancy Grace lachen können. Sie versucht, Michael Jackson unentwegt als Pedophilen darzustellen. Gestern lud sie sich hierzu eine Gästerunde zur Debatte über den Fall in ihre eigene Sendung ein, und sie wurde bitter enttäuscht. Den Plausch hatte sie sich wohl anders vorgestellt. Keiner ihrer Experten teilte ihre Meinung, die meisten waren wirklich sehr zurückhaltend mit ihren Urteilen. Am interessantesten fand ich die Ausführungen von Jane Velez-Mitchell, die auch gestern vor Ort im Gerichtssaal war. Sie erzählte, dass die Leute nicht anders konnten als bei der Musik von Michael Jackson mitzurocken, als sie den Bashir-Dokumentarfilm anschauen mussten. Sein künstlerisches Werk wird unvergessen bleiben.

  

Die Diskussionsrunde erinnerte mich auch immer wieder an den Film „Ghosts“ von Michael Jackson. Der Mann, der verurteilt und vertrieben wird, weil er „weird“ ist, aber eigentlich niemandem etwas angetan hat. Ich fand einiges, was in der Diskussion gesagt wurde, wirklich gut. Ich hätte nicht erwartet, dass diese Leute mit so offenen Augen an diesen Prozess gehen.

Ums zu den Akten zu legen und weil’s so schön ist, werde ich die komplette Diskussion hier mal anfügen:

 

Nancy Grace :: Aired March 1, 2005 – 20:00:00 ET

GRACE: It is day two of the Michael Jackson sex trial. Today, Jackson`s lawyers promised the jury not once, not twice, but three times their client, Michael Jackson, the king of pop, will take the stand.

State`s first witness, a British documentarian, Martin Bashir. And he brought a video. Get your popcorn. Remember that BBC documentary? You probably saw a part of it on ABC and it shows Michael Jackson all snugged up with a little boy. Well, today, the jury saw that documentary in full. Take a look at part of the ABC version.

(BEGIN VIDEO CLIP)

MICHAEL JACKSON, SINGER ACCUSED OF CHILD MOLESTATION: We`re going to sleep. I tuck them in. I put little, like, music on, do a little story time, read a book. It`s very sweet. Put the fireplace on, give them hot milk. You know, we have little cookies. It`s very charming, very sweet.

(END VIDEO CLIP)

GRACE: OK, that`s not exactly how the prosecutor told it to the jury.

Tonight, from Santa Maria, „Celebrity Justice“ reporter Jane Velez- Mitchell, in West Tampa, sparring buddy, defense attorney Joe Episcopo, here in New York, defense attorney Jason Oshins, and psychotherapist Dr. Robi Ludwig.

Welcome, everybody. Let`s get down to it.

Jane Velez-Mitchell, what went down in court today? Did Jackson start crying? I have heard conflicting reports.

JANE VELEZ-MITCHELL, „CELEBRITY JUSTICE“ REPORTER: It depends on who you talk to. His back was to the gallery. At one point during the documentary, he picks up a tissue and it looks like he`s crying. A lot of people interpreted that as emotion. His publicist, Raymone Bain, came out afterward and said, „He`s not crying. He`s strong. He`s fighting. He`s angry. He`s not depressed. He is on a crusade. He is fighting.“

So it really depends on who you talk to. But I have to tell you, this was one of the strangest days in any legal proceeding that I have ever seen. Sitting there watching this documentary with Michael Jackson along with his two mortal enemies, D.A. Tom Sneddon and Martin Bashir, as well as Jackson`s mom and his brother. And everybody`s chuckling at the same dance moves. It was mind-blowing. It was like something out of the „Twilight Zone.“ Highly uncomfortable.

GRACE: What do you mean everybody was laughing?

VELEZ-MITCHELL: Well, there were moments where, for example, Michael Jackson is teaching Martin Bashir how to do the moonwalk. And it`s funny, and it`s cute. And everybody has that human reaction to laugh. So here we are in this really horrific situation…

GRACE: Including the jury?

VELEZ-MITCHELL: Yes. The jury, some members of the jury, quite a few of them, were kind of moving to the music. I mean, it`s infectious. It`s „ABC,“ it`s all these great songs. And it`s hard to stay stoic. I could see some of them trying. But I could see others kind of rocking to the beat. And, everybody, all these people…

GRACE: Jane, Jane…

VELEZ-MITCHELL: … whose opposing desires are all moving to the same music.

GRACE: I don`t have a problem to the jury getting a groove on to the music. What was their reaction when Jackson spoke in the documentary about sleeping with kids? Am I the only crazy one here? Am I the only one that thinks it`s crazy for a 45-year-old to have sleepovers with nine-year-old kids? They had no reaction?

VELEZ-MITCHELL: They were taking notes. Some were grim. There was one older man who I believe was an alternate who, through the entire documentary, was, like, his jaw was dropping. Everything seemed to shock him. It seemed that he hadn`t seen the documentary and just Michael Jackson`s lifestyle in total was a shocker, the wild spending sprees, the baby danglings, the whole thing. To me, though, I have to say, this was supposed to be the banner day for the prosecution, the showing of this documentary that might as well have been done by the prosecution. But I`ve got to tell you that…

GRACE: Jane, I have got to go to break really quickly. We`ll be straight back with Jane Velez-Mitchell and bring in the rest of our panel. Stay with us.

(COMMERCIAL BREAK)

SOPHIA CHOI, CNN ANCHOR: Hello. I`m Sophia Choi. Let`s get to your „Headline Prime Newsbreak.“

A judge working with the tribunal that would have heard charges of human rights abuse against Saddam Hussein has been killed by insurgents in Iraq. The judge`s son was also killed in the attack.

Chicago police say they are going to quote, „work extra hard“ to find out who killed a husband and mother of a federal judge. The FBI, the U.S. Marshal Service, and Chicago detectives have formed a task force to solve the crime. The U.S. District Judge Joan Humphrey Lefkow discovered the bodies at the family`s home on Monday.

Hundreds of schools are closed today in the northeast because of a late winter snowstorm. Kids may be getting some little fun now, but they`ll pay for it later. The storm means students in Boston will attend school until at least the end of June. Dozens of flights out of New York and Boston were also canceled today.

That`s the news for now. I`m Sophia Choi. Back to NANCY GRACE now.

(BEGIN VIDEO CLIP)

MARTIN BASHIR, BBC DOCUMENTARY HOST: Is that really appropriate for a man, a grown man, to be doing that? How do you respond to that?

JACKSON: I feel sorry for them. Because that`s judging someone who just wants to really help people. Why can`t you share your bed? The most loving thing to do is to share your bed with someone.

(END VIDEO CLIP)

GRACE: That was a cut from the BBC documentary, the one that was made by Martin Bashir, showing Jackson with the same boy who has made these formal child molestation charges. That was the ABC version.

Jane Velez-Mitchell, are you telling me when the jury heard that nobody cringed, nobody rolls an eye, nobody coughed? Nothing?

VELEZ-MITCHELL: Well, it`s really hard to measure their reactions. There was one woman who is a mother who seemed visibly upset and kind of disgusted throughout the whole thing.

While some people were rocking to the music, she seemed grim and almost determined not to get sucked in by all of that. So I think there were certain people who were disturbed throughout the documentary. Others seemed to enjoy it as entertainment.

GRACE: You know, Jason Oshins is a civil and criminal attorney.

Jason, the fact that Michael Jackson in this documentary says, „I have only had two plastic surgeries“ — I know he`s not on trial for plastic surgery. Half of L.A. would be behind bars if people were tried for plastic surgery. But the fact that we know he`s lying about something as – – eek! …

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